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Die Geschichte des osmanischen reiches
  • Aufstieg (1300-1402): Ein Fürstentum behauptet sich


    Osman I. erklärte im Jahr 1300 sein Fürstentum für unabhängig. Als Grenzstaat zum Byzantinischen Reich und anderen muslimischen Lokalfürstentümern nutzte Osman die Lage seines Reiches aus, um seinen Herrschaftsbereich auf Kosten des untergehenden Byzanz und des Rum-Seldschuken Reich auszubreiten. Sein Sohn Orhan legte den Grundstein für die nachfolgende Staatsverwaltung und begründete die Eliteeinheit der Janitscharen

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  • Interregnum (1403-1413): Das Reich ohne Sultan


    Mit der Gefangennahme Sultan Bayezids I. Hân, durch Timur Lenk in der Schlacht von Ankara (1402), drohte dem Osmanischen Reich der Untergang. Unter den Söhnen des Sultans brach ein Thronfolgekrieg aus der in einen regelrechten Bürgerkrieg mündete. Im ganzen Reich zogen die Armeen der Söhne zu Felde um die Vorherrschaft und somit den Thron für sich zu sichern. Mehmed I. Hân trat als Sieger hervor und ermöglichte die "Wiedergeburt des Reiches"

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  • Der Weg zur Weltmacht (1413-1520)


    Die Truppen des Sultans erschüttern das christliche Abendland. Mit dem Fall der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel unter Sultan Mehmed II. Hân "dem Eroberer" steigt das Osmanische Reich zur europäischen Großmacht auf. Die Eroberung des Balkans ließ die Osmanen tief nach Europa eindringen und mit der Eroberung der italienischen Stadt Otranto (1480) ist auch erstmals Rom bedroht. Sultan Selim I. Hân zerschlägt das Reich der Mamelucken und erobert die heiligen Stätten des Islams - Mekka und Medina.

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  • Süleyman der Prächtige (1520-1566)


    Sultan Süleyman I. Hân "der Prächtige" gilt als größter Sultan der osmanischen Geschichte. Unter seiner Herrschaft erfuhr das Reich ein Goldenes Zeitalter in der Kunst und Architektur aufblühten. Seine Reformen im Staats- und Verwaltungswesen brachten ihm den Beinamen "der Gesetzesgeber" (Kanunî) ein. Als Feldherr führte er bis zu seinem Tode 13 Feldzüge persönlich an und belagerte 1529 erstmals das österreichische Wien.

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  • Die Weiberherrschaft (1566-1656)


    Die Zeit nach Süleyman I. war geprägt von Aufständen und Palastintrigen, so dass der Einfluss der Janitscharen und des Harems auf die Reichspolitik immer weiter stieg. Als die Korruption im Staatsdienst ihren Höhepunkt findet, entschließt sich der erst 18-jährige Sultan Osman II. Hân die Macht der Kamarilla zu brechen. Das Vorhaben scheitert und der junge Sultan wird durch aufgebrachte Janitscharen ermordet. Das tragische Ende von Osman II. Hân wurde in der osmanischen Geschichtsschreibung als "die große Osmanische Katastrophe" bezeichnet.

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  • Die Köprülü Ära (1656-1683)


    Auf den ermordeten Sultan Ibrahim I. Hân folgte 1648 sein erst sechsjähriger Sohn Mehmed. Der minderjährige Sultan wächst in der Welt von Intrige und Mord auf und wird durch seine Großmutter Kösem Mahpeyker Sultan bevormundet, die das Reich an den Rand des Abgrunds treibt. 1656 ernennt der 14-jährige Sultan Mehmed IV. Hân den 78-jährigen Köprülü Mehmed Paşa, zum neuen Großwesir des Osmanischen Reiches. Mit Vollmachten ausgestattet bricht er die Haremsherrschaft und führt grundlegende Reformen durch.

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  • Die Tulpenzeit (1703-1730)


    Anfang des 18. Jahrhunderts findet im Osmanischen Reich eine kulturelle Öffnung statt. Unter der Herrschaft von Sultan Ahmed III. Hân beginnt das Osmanische Reich sich dem europäischem Abendland anzunähern und bestimmte Institutionen zu adaptieren und war doch gekennzeichnet durch eine verstärkte islamisch-religiöse Tendenz innerhalb des Volkes. Mit dem Patrona-Halil-Aufstand und dem Sturz Ahmeds III. endete auch diese Ära.

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  • Stagnation (1730-1789): Reform oder Restauration?


    Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts blieb das Osmanische Reich eine auf diplomatischer Ebene geachtete und militärisch gefürchtete Großmacht. Trotz effizienter Institutionen und einem großen Kräftereservoir ist die Macht der Janitscharen jedoch nicht gebrochen worden. Durch diplomatische Kunstfertigkeit gelang es der Hohen Pforte das Osmanische Reich aus großangelegten Konflikten rauszuhalten und strikte Neutralität zu bewahren. Dies führte jedoch nicht dazu, dass mehrere Kriege gegen Russland und Österreich unvermeidlich waren.

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  • Nizam-ı Cedid (1789-1807): Der Weg zur Reformierung


    Zeitgleich zur Französischen Revolution erließ Sultan Selim III. Hân neue Reformen, die unter dem Namen "Nizam-ı Cedid" (dt. "Die Neue Ordnung") bekannt wurden. Zu den wichtigsten Reformen gehörte die Schaffung einer beratenden Versammlung, dem Vorläufer eines gewählten Parlaments, sowie die Abschaffung der landesweiten Sklaverei. Doch die Reformen des Sultans stießen auch auf harte Widerstände.

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  • Sultan Mahmud II. Hân (1808-1839): Ein Leben für die Reform


    Mit dem Sturz seines Onkels Mustafa IV. Hân bestieg Sultan Mahmud II. Hân den osmanischen Thron. Während seiner Herrschaft löste er das Janitscharen-Korps endgültig auf und reformierte das Staatswesen grundlegend. Neue Institutionen nach europäischem Vorbild und eine neue Armee sollten dem Osmanischen Reich die alte Größe wiedergeben, doch der Sultan muss sich gegen widerwillige Lokalfürsten durchsetzen u.a. Mohammad Ali Paşa von Ägypten.

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  • Tanzimât Ära (1839-1876): Der Weg zur Demokratie


    Mit dem Edikt von Gülhane (1839) garantierte der Staat den Schutz des Lebens, der Ehre und des Vermögens der osmanischen Bevölkerung und läutete somit die Ära der "wohltätigen Verordnungen" (Tanzimât-ı Hayriye) ein. Das "kaiserliche Handschreiben" (Hatt-ı Hümayun) von 1856 löste das bestehende Millet-System ab und erklärte die Gleichheit aller Untertanen ohne Rücksicht auf Religion oder Herkunft. Mit der Verfassung von 1876 wird das Osmanische Reich ein demokratischer Staat.

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  • Hamîdische Ära (1876-1908): Aufgeklärter Absolutismus unter Abdülhamîd II. Hân


    Nach dem erfolglosen Osmanisch-Russischen Krieg von 1877/78 beschloss Sultan Abdülhamid II. Hân das Parlament für 30 Jahre zu beurlauben. Der Sultan übernahm höchstselbst die Regierungsgeschäfte und restaurierte die alte absolutistische Herrschaft seiner Vorgänger. Die liberale Opposition der "Jungosmanen" flieht ins europäische Exil. Während der Hamidischen Ära versuchte das Osmanische Reich durch eine pan-islamische Außenpolitik die Muslime weltweit unter dem Banner des Sultan-Kalifen zu vereinigen.

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  • Die Jungtürken (1908-1918): Von Revolutionären und Reformern


    Mit der Revolution von 1908 zwangen die Jungtürken Sultan Abdülhamid II. Hân die osmanische Verfassung von 1876 wiedereinzuführen. Sieger der Parlamentswahl war das Komitee für Einheit und Fortschritt (KEF), das die osmanische Politik bis zum letzten Kriegsjahr 1918 beeinflussen sollte. Nachfolgende Wahlen stürzen das Land in eine innenpolitische Krise, die durch den Tripolitanienkrieg (1911) und den Balkankriegen (1912/13) weiter vorangetrieben wird. Erst mit dem Staatsstreich von 1913 festigt das KEF endgültig seine Vormachtsstellung und zieht an der Seite Deutschlands in den Ersten Weltkrieg.

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  • Der Erste Weltkrieg (1914-1918): "Für Padischah und Vaterland"


    Der Erste Weltkrieg gilt als Totengräber des Osmanischen Reiches und stellte alle vergangenen Kriege in den Schatten. Hatte das Reich des Sultans bisher nach erfolglosen Kriegen nur Gebietsabtretungen zu befürchten, so drohte ihm nun sein endgültiger Zusammenbruch. Noch während der Juli-Krise 1914 versuchte die jungtürkische Führung den richtigen Bündnispartner auszuwählen. Es begannen Verhandlungen mit den Mittelmächten und der Entente, die jedoch die osmanische Regierung dazu zwangen sich vorerst mit einer bewaffneten Neutralität zufrieden zu geben. Schließlich besiegelt ein geheimes Bündnisabkommen den Kriegseintritt an der Seite Deutschlands .

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  • Der Untergang (1918-1922)


    Mit dem Waffenstillstandsvertrag von Mudros (1918) endet für das Osmanische Reich der 1. Weltkrieg. Es folgten vier lange Jahre alliierter Willkürherrschaft und Besetzung. Sultan Mehmed VI. Vâhideddin Hân bleibt in Konstantinopel und entsendet 1919 den osmanischen General Mustafa Kemal Paşa nach Anatolien. Sein Auftrag lautet: Widerstand. Doch verfolgte der General des Sultans eigene Pläne .

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