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Osmanlı Güneş Saatleri (orgin. Türk.)
von Prof. Dr. Nusret Çam
übersetzt von Serkan Ince
Als die Sonnenuhr das osmanische Zeitalter
erreichte, hatte sie schon eine erhebliche
Entwicklung hinter sich. Dennoch wurden sie auch in
der osmanischen Zeit weiterentwickelt.
Die älteste bekannte Sonnenuhr in Anatolien ist die
von der Hacı Hasan (Kadı Mürsel) Moschee in Konya.
Die auf die Mauer der Moschee konstruiert Sonnenuhr
stammt aus dem Jahr 1409. Da die Stadt Konya in den
Jahren 1380 von den Karamanoğlu und den Osmanen
gegenseitig mehrmals erobert wurde, kommt die Frage
auf, ob diese Sonnenuhr den Karamanoğlu
zugeschrieben werden kann. Jedoch gibt es keinen
Hinweis dafür, dass die Karamanoğlu eine
kreisförmige waagerechte Sonnenuhr konstruiert
haben, demnach schreiben wir
diese Sonnenuhr den Osmanen zu.
Eine weitere Sonnenuhr, welche den
Osmanen zugeschrieben wird, steht noch im Topkapi
Palast im III. Saal. Sie ist eine waagerechte
Sonnenuhr. Laut der Aufschrift wurde sie im Auftrag
von Mehmed II. Fatih dem Eroberer hergestellt. 1793
wurde sie von Seyyid Abdullah gemäß der Sonnenuhr
der Moschee Şam Ümeyye in Surien erneuert. Ohnehin
ist die Uhr vom Topkapı Palast mir der von Şam
Ümeyye hinsichtlich der Form und der Laufweise sehr
ähnlich. Da Fatih der Eroberer 1481 verstorben ist,
ist die Wahrscheinlichkeit große, dass diese
Sonnenuhr von dem berühmten osmanischen Astronom und
Mathematiker Ali Kuşçu, welcher 1474 verstarb,
entwickelt wurde. Wir können nicht davon ausgehen,
dass die Topkapı Sonnenuhr eine Kopie der Sonnenuhr
der Moschee Şam Ümeyye ist, denn sie ist zu fein und
detailreich. Demnach vermuten wir stark, dass sie
nur von einem Wissenschaftler wie Ali Kuşçu
entwickelt werden konnte. Zudem erfahren wir von
Evliya Çelebi, dass Ali Kuşçu, der Student von Uluğ
Bey, eine Sonnenuhr auf die Wand einer Medrese
(Hochschule), welche auf der Nordseite der Fatih
Moschee befand, konstruiert hatte.[1] Folglich
können wir auch die Sonnenuhr auf der West-Minarette
der Fatih Moschee Ali Kuşçu zuschreiben. Laut W.
Meyer ist auch die waagerechte Sonnenuhr in der
Hagia Sophia Ali Kuşçu zuzuschreiben.[2]
Die
älteste osmanische Sonnenuhr wurde an die Minarette
der Kürkçübaşı Moschee im Topkapı Palast in Istanbul
konstruiert. Bei dieser Sonnenuhr erfahren wir von
seiner Beschriftung das Entwicklungsdatum sowie den
Entwickler. Diese ähnelt der vertikalen Sonnenuhr
von Hagia Sofia, welche im selben Jahr konstruiert
wurde. Beide vertikale Konstruktionen bestehen aus
Marmortafeln, welche gleichzeitig eine dreieckige
und viereckige Uhr innehaben. Nachfolgend kommt die
Viereck-Konstruktion, welche dem berühmten
Astronomen Takiyuddin er-Rasid laut seinem Buch [3]
zugeschrieben wird. Zeitlich später kommen die
Sonnenuhren von Bitlis Ihlasiye Medresesi (1589) und
Siirt Kozluk Ibrahim Bey Moschee (1608). Beide sind
einfache Halbkreis-Konstruktionen. 1617 wurden drei
Sonnenuhren gleichzeitig mit dem Bau der Sultan
Ahmet Moschee errichtet. Der Konstrukteur ist
Hüseyin aus Damaskus. Eine von diesen Uhren ist
kreisförmig, die anderen zwei sind dreieckig und
haben eine grobe Form. An diesen Beispielen sehen
wir, dass die Entwicklung der osmanischen
Sonnenuhren nicht linienförmig ist, sondern je nach
Geschick und Fähigkeit der Astronomen oder
Sonnenuhr-Konstrukteure ab und zugenommen hat.
Nachdem Sultan Murad III. 1580[4] das berühmte
Observatorium des Takiyüddin er-Rasid in Istanbul
zerstören ließ, beobachten wir einen Rückgang in
diesem Wissenschaftsbereich, welcher an den
Sonnenuhren an der Sultan Ahmet Moschee deutlich
ersichtlich ist. Nach dieser Entwicklung wurde diese
Aufgabe den Muvakki (Personen, welche durch
Sonnenbeobachtung die Gebetszeiten bestimmen)
überlassen. Die Muvakkiden hatten Zentren, in den
Sonnenuhren aufbewahrt, hergestellt und repariert
wurden. Diese Zentren, welche sehr an Bedeutung
gewannen, informierten auch interessierte Bürger.
Dennoch haben diese Zentren nie die Aufgabe eines
Observatoriums übernommen. Beiläufig müssen wir auch
erwähnen, dass die Muvakkiden sehr früh mit ihrer
Arbeit an den Moscheen angefangen haben. So wissen
wir, dass 1496 an der Fatih Moschee in Istanbul ein
Muvakkid beschäftigt war und er monatlich 10 Dirhem
verdiente.[5] Dieser Rückgang, welcher dem Rückgang
der Astronomie parallel verläuft, ging bis die erste
Sonnenuhr des Jahres 1663 an der Neuen Eminönü
Moschee konstruiert wurde, weiter. Diese Sonnenuhr,
welche an dem Fertigstellungsjahr der Moschee
konstruiert wurde, hatte statt die Ziffern 1,2,3…den
zugehörigen mathematischen Grad stehen.(…) Dabei
ersieht man, dass der Konstrukteur mathematische und
astronomische Wissenschaften kannte. Dieselbe
Moschee hat eine noch weiterentwickelte dreieckige
Sonnenuhr. Jedoch können wir auf Grund der
Unlesbarkeit der Aufschrift chronologisch nicht
bestimmen, wann sie hergestellt wurde. Im Vergleich
zu gleichwertigen Sonnenuhren, können wir jedoch
sagen, dass sie etwa im 18. Jahrhundert konstruiert
wurde.
Die Erfolgsepoche der osmanischen Uhren, vor allem
der dreieckigen Uhren, fängt etwa in der Mitte des
18. Jahrhunderts an. Die Sonnenuhr der Beyazid
Moschee in Istanbul kommt von seiner Perfektion her
der Sonnenuhr der Fatih Moschee, welche dem Ali
Kuşçu zugeschrieben wird, ziemlich nah und
überbietet die Sonnenuhr der Sultan Ahmet Moschee.
Die schönsten und optimalsten dreieckige Sonnenuhren
finden wir an der Üsküdar Mihrimah Moschee (1770),
Süleymaniye Moschee (1772), Hekimoglu Ali Pasa
Moschee (1761), Cerrahpasa Moschee (1762), (…)
welche in der Zeit von Mustafa III. (1757-1774)
errichtet wurden. (…) Obwohl die eigentlichen
Konstrukteure dieser Sonnenuhren die Muvakkiden
waren, wurde diese Aufgabe nach dem 18.Jahrhundert
von Soldaten übernommen. Wie wir gesehen haben, gibt
es für verschiedene Epochen keine bestimmte
Konstruktionsart. Stattdessen wurden durch die
Epochen hindurch alle Konstruktionsarten
gleichermaßen viel konstruiert. Jedoch sehen wir
Ende des 19.Jahrhundert und Anfang des 20.
Jahrhundert ein Trend zu den waagerechten
Sonnenuhren und an den Sonnenuhren in Istanbul und
Kairo, dass sie mehr ineinander gehen und
detailreicher sind.
Die Herstellung dieser osmanischen Sonnenuhren geht
bis zum Tod des berühmten und letzten
Sonnenuhr-Konstrukteur Ahmet Ziya Akbulut (starb
1936) weiter. Sein letztes Werk ist eine Sonnenuhr,
welche er im Jahr 1935 für die Beyazid Medrese in
Istanbul konstruiert hatte(…).
[1] Evliya Çelebi Seyahatnamesi, İstanbul, 1314,
s.149
[2] Meyer, W., Istanbul`daki…,s. 82
[3] Ünver, A.S., Istanbul Rasathanesi, Ank. 1969.
[4] Ünver, A.S., Istanbul Rasathanesi, s. 52.
[5] Ayverdi, E.H., Osmanli Mimarisinde Fatih Devri,
C.III, Istanbul, 1973, s. 358.
Mit freundlicher
Genehmigung von Serkan Ince |
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