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Die
Jungtürken-Bewegung
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Die Jungosmanen
und ihre Nachfolger
Im Jahr 1865 gründeten die "Jungosmanen" Mehmed
Bey, Reşad Bey, Nuri Bey, Ayetullah Bey, Kemal Bey
und Refik Bey eine Geheimorganisation, der auch der
Dichter Namık Kemal angehörte. Die Organisation der
Jungosmanen umfasste in den folgenden Jahren ca. 245
Mitglieder, darunter hohe Staatsmänner, und
versuchte unter der Herrschaft von Sultan
Abdülaziz I. Han, Ideen wie verfassungsgemäße
Regierung und Freiheitsrechte der Staatsbürger zu
propagieren. Ihre Bewegung wurde 1867 von der
osmanischen Regierung entdeckt, und aufgrund von
Verfolgungen flüchteten die führenden
jungosmanischen Persönlichkeiten, wie Namık
Kemal, Ziya Paşa und Ali Suavi, nach Westeuropa. Sie
bekamen dort die Unterstützung von Mustafa Fazil
Paşa, dem Bruder des ägyptischen Khediven und
ehemaligen osmanischen Staatsmann, der sich
ebenfalls für eine verfassungsgemäße Regierung
aussprach.
Die Jungosmanen gaben in Europa einige Zeitungen
heraus, um ihre Ansichten zu propagieren (Muhbir
von Ali Suavi in London, Hürriyet von
Namık Kemal und Ziya Paşa in Paris
und Correspondence d'Orient in Brüssel). Als Mustafa
Fazil Paşa vom Sultan begnadigt wurde, löste sich
die Bewegung der Jungosmanen langsam auf und die
einzelnen kehrten ab 1871 nach Istanbul zurück.
Im Jahre 1889 wurde in der nach europäischem Vorbild
gegründeten "Militärischen Medizinschule" (Mekteb-i
Tıbbiye-i Askeriye) in Istanbul auf Initiative
des
Albaners Dr. Ibrahim Temo Bey ein
Geheimkomitee mit dem Namen "Komitee der Osmanischen
Einheit" (Ittihad-ı Osmani Cemiyeti) gegründet. Die
Gründer des Komitees waren zwar alle Muslime,
stammten aber aus verschiedenen Gebieten des Reiches
und waren unterschiedlicher ethnischer Herkunft: Dr. Ibrahim Temo war Albaner aus Ohri, Abdullah Cevdet
war
Kurde aus Arapkir, Dr. Ishak Sükuti war Kurde aus Diyarbekir,
Mehmed Reşid war Tscherkesse aus dem Kaukasus,
Muharrem Ali kam aus Kreta, Hüseyinzade Ali war Tscherkesse aus Baku
und Ali Ruşdi Bey war ein Bosnier aus dem Baltikum.[1][2]
Die ethnische Zusammensetzung der Bewegung sollte
nachher eine maßgebende Rolle spielen. Ali Ruşdi Bey
wurde erster Präsident des Geheimkomitees, Dr.
Ibrahim Temo sein erster Schatzmeister. Ihr gemeinsames Ziel war
die Modernisierung des Regierungssystems und die
Bewahrung der politischen Einheit des Reiches, wofür
sie die absolutistische Herrschaft Abdülhamid II.
beseitigen und die vom Sultan aufgehobene Verfassung
von 1876 wiedereinführen wollten. Im Jahre 1897
wurde der Gründungsgrund des Komitees in seiner
Zeitschrift Osmanlı (der Osmane) folgendermaßen angegeben:
"Der Anlass zu seiner Gründung sind die
Unterdrückungen der jetzigen osmanischen Regierung
und die Sorglosigkeit und das Fehlen der Einheit der
Bevölkerung. Sein Ziel ist es, alle Osmanen, ohne
Unterscheidung von Konfession und
Volkszugehörigkeit, zu einer Einheit und einem
Erwachen zu bringen und zu zeigen, dass die
osmanische Rettung nur durch diese Einheit und
diesen Fortschritt möglich ist, und die Regierung zu
einer Verwaltung der Angelegenheiten der Menschen
(Staatsverwaltung) auf einem Weg, der diesem
Jahrhundert des Fortschritts und des allgemeinen
Aufstieges entspricht, zu führen."
[3]
Die Organisationsstruktur sowie das Programm in
seiner Gründungsperiode sind bis heute größtenteils
unbekannt. Das jungtürkische Komitee konnte durch
geheime Propaganda und Versammlungen in den
studentischen Kreisen Istanbul und an anderen
Hochschulen ziemlich schnell neue Mitglieder
anwerben. Im Haus des Generalstabsoffiziers Ali
Zuhdi Bey richtete man sich eine geheime Druckerei
ein, mit der die Propagandamaschinerie in Gang
gesetzt wurde. Insbesondere aus Thessaloniki sollten
später die führenden Köpfe hervorgehen, neben den
Triumviratsmitgliedern auch der jüdische
Rechtsanwalt Emmanuel Carosso, der die Bewegung
finanziell unterstützte und in Thessaloniki fest
etablierte. Es gibt jedoch keine genauen Angaben
über die Zahl der Komiteemitglieder. Die osmanische
Regierung erfuhr von der Existenz des Geheimkomitees
spätestens 1892, was zur Verhaftung einiger
Mitglieder führte. Da die Regierung jedoch im
Komitee eine Studentenverbindung sah, wurden die
meisten wieder begnadigt. In den nachfolgenden
Jahren, war der größte Teil der Intellektuellen
Istanbuls im Komitee vertreten, so schlossen sich
ihnen ehemalige Jungosmanen an. Als 1895 armenische
Unruhen im Reich ausbrachen, gelang es dem
Komiteemitglied Dr. Hasan Arif Bey in der Hagia
Sophia eine Rede zuhalten. In seinem Aufruf an die
Bevölkerung verurteilte er die Bestrebungen der
nationalistischen Armenier, rief zum Zusammenhalt
auf, zum gemeinsamen Kampf für die Wiedereinführung
der Verfassung und zur Rückkehr zum
Parlamentarismus. Die Mitglieder des Komitees, die hohe Staatsämter
bekleideten, versuchten erfolglos 1896 einen
Staatsstreich herbeizuführen, um die Regierung des
Sultans zu stürzen. Doch der Geheimdienst von Sultan Abdülhamid II. kam
ihnen zuvor und verbannte 350 Komiteemitglieder aus
dem Osmanischen Reich. Dies hatte zur Folge, dass
das KEF-Istanbul (Komitee für Einheit und
Fortschritt Istanbul) zusammenbrach und in den
Untergrund flüchten musste.
Die Jungtürken im Exil
Paris
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In
Paris bildete sich unter Ahmed Rıza Bey
eine der führenden Gruppen innerhalb
der jungtürkischen Bewegung. Der Gründer Dr. Ibrahim
Temo forderte ihn in einem Schreiben, das durch
Ahmed Virdani Efendi über Kairo nach Frankreich
weitergeleitet wurde, dazu auf, dem Komitee
beizutreten. Durch seinen
Einfluss wurde das Komitee 1896 nun in "Osmanisches Komitee für
Einheit und Fortschritt" (Osmanlı
Ittihad
ve Terakki Cemiyeti)
umbenannt, was zum
Zentralkomitee wurde. Durch die Aktivität in
Frankreich wurden die Ittihadisten auch
Les Jeunes-Turcs
(Jungtürken) genannt, worunter alle Splittergruppen
fielen und Bekanntheit erlangten. Ahmed Rıza Bey verlegte in Paris die Zeitung
Meşveret
(Beratung), das zum
kritischsten Blatt gegen die hamidische Regierung
wurde und auch in
französischer Sprache erschien (Mechveret
Supplément Français),
sowie die Zeitung Istikbal (Zukunft) in Neapel. Die Jungtürken um
Ahmed Rıza Bey verstanden sich als Anhänger des
Positivismus. Die zunehmende Ablehnung
religiös-islamischer Werte durch Ahmed Rıza Bey,
wurde von vielen Jungtürken nicht geteilt, sodass
viele das KEF-Paris unter dem Vorsitzenden Prof.
Mizancı Murad Bey 1896 verließen und
das Zentralkomitee nach Genf
(Schweiz) verlegten. |
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Ahmed
Rızâ Bey
Quelle:
Muallim Nuri Sammlung |
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Genf
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Nach dem
Zusammenbruch des KEF-Istanbul floh Prof.
Mizancı
Murad Bey (1854-1917) nach Kairo, wo er seine Zeitung Mizan (Die Waage) verlegte. Er
emigrierte nach Frankreich und schloss sich
der Gruppe um
Ahmed Rıza Bey an. Im Gegensatz zu ihm,
vertrat Mizancı Murad Bey eine
islamische Ansicht die sich für eine
zeitgemäße Auslegung der Religion, für
Parlamentarismus und Rechtsstaatlichkeit
einsetzte. Durch die Differenzen spaltete
sich die Bewegung endgültig, sodass
Prof. Mizancı
Murad Bey mit Dr. Ishak Sükuti in die
Schweiz übersiedelte und das Zentralkomitee
von Paris nach Genf verlegte.
Er kritisierte die
Großmächte wegen ihrer einseitigen
Einmischung und behauptete, der größte
Fehler der Großmächte sei es, dass sie nur
auf die christliche Bevölkerung im
Osmanischen Reich Wert legten.[4]
Um jedoch das Osmanische Reich zu
reformieren, vertraten Murad Bey und das
KEF-Genf die These, der Notwendigkeit einer
europäischen Intervention und eines
Staatsstreichs der Hochbürokraten, um
Verfassung und Parlament wiedereinzuführen.[5]
Diese Ansicht wurde von Paris nicht geteilt.[6] |
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Prof.
Mizâncı Murad Bey
Quelle:
Isa
Akbaş Sammlung |
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Balkan
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Der Gründer Ibrahim Temo floh nach Rumänien und
schloss sich der albanischen Organisation Drita an.
Da es in Rumänien zwei Strömungen gab, die
philhellenistischen Albaner (Anti-Osmanen) und die
Drita (ProOsmanen), unterstützte der
Drita-Vorsitzende Nacu Efendi den Exilanten: "Das
Weiterleben Rumeliens und besonders Albaniens ist
nur durch das Fortbestehen der osmanischen
Herrschaft, d.h. der Türkei, möglich." [7]
Ibrahim
Temo und Kirmizade Ali Rıza Efendi bauten das neue
Zentrum des KEF in der Dobrudscha aus. Zweigkomitees
reichten bis in die größten Städte Bulgariens und
weiteren Teile des Balkans. Durch die Unterstützung
der Armenier in Russe, wurde auch dort ein
Zweigkomitee eingerichtet.
Ibrahim Temo gewann viele Albaner und Türken in
Rumänien, sodass er im Dezember 1898 in Bukarest die
Zeitung Sada-yi millet (Stimme der Nation)
herausgab, die von den KEF-Zentren Paris und Genf
als offizielles Organ auf dem Balkan anerkannt
wurde. Somit bildete sich ein Netz mit den
Hauptzentren Paris-Genf-Kairo-Bukarest-Istanbul.
Durch die Schiffsverbindungen zwischen Istanbul und Konstanza konnten Ibrahim Temo und seine Anhänger
die Korrespondenz mit den Jungtürken in Istanbul
aufrechterhalten. Durch den osmanischen Botschafter
Kazım Bey in Bukarest, wurde die Auflösung der
Zeitungsredaktion ermöglicht, die Mitglieder wurden
jedoch seitens der rumänischen Regierung nicht
ausgeliefert. Eine Streitigkeit Temos mit einem
Vertrauten des Sultans, Necib Melhame, in Konstanza
im Jahre 1899 trug zu seinem Prestige als Anführer
der jungtürkischen Opposition gegen den Sultan bei.
Necib Melhame beleidigte die Jungtürken im Exil,
worauf ihn Temo zu einem Duell herausforderte,
worauf Melhame jedoch die Flucht ergriff.
Kontakte zu christlichen mazedonischen- und
serbischen Komitees konnten nicht geknüpft werden,
da diese die Jungtürken von Anfang an ablehnten.
Doch gab es einige Komitees die mit den Jungtürken
zusammengearbeitet hatten, z.B. der mazedonische
Führer Georgi Kapcev. |
Wer führt die
Bewegung? Genf oder Paris?
Während der Kreta-Krise, übten die Jungtürken
scharfe Kritik an Sultan Abdülhamid II. wegen
angeblicher Passivität. Als es jedoch zum Krieg kam,
traf das Zentralkomitee des KEF in Genf unter Murad
Bey die Entscheidung, bis zum Kriegsende die
osmanische Regierung nicht mehr zu kritisieren. Der
osmanische Sieg löste bei den Jungtürken Euphorie
aus. Doch während des Krieges kam es zu
Streitigkeiten zwischen dem KEF-Paris und KEF-Genf.
Während Ahmed Rıza in Paris dem KEF-Genf vorwarf,
konservativ-islamische Ideen zu vertreten, die nur
nach der Verbesserung der Lage der Muslime strebten
und zur antichristlichen Stimmung im Reich keine
oppositionelle Stellung bezögen, richtete Murad Bey
eine "aufrichtige Warnung" an Paris, in der er diese
Beschuldigungen zurückwies.[8] Sultan Abdülhamid II. nutze die nach dem Sieg über
Griechenland entstandene günstige Situation für die
Beseitigung der jungtürkischen Opposition, welche in
zwei Lager gespalten war.
Er ließ durch diplomatische Vertreter in Paris einen
Gerichtsprozess in Gang setzen, um Ahmed Rıza
und die KEF-Paris endgültig aufzureiben. Zur
gleichen Zeit entsandte er Ahmed Celaleddin Paşa zu
Murad Bey nach Genf um mit ihm zu verhandeln. Aus
den Verhandlungen ging im Juli 1897 hervor, dass im
Osmanischen Reich Reformen durchgeführt werden und
für die Jungtürken eine Generalamnestie erklärt
wird. Murad Bey und die Jungtürken des KEF-Genf
kehrten, bis auf einige wenige, nach Istanbul zurück und beendeten somit
ihre Arbeit in der Schweiz. Dies war ein schwerer
Schlag für die jungtürkische Bewegung.[9]
Doch es wurden keine neuen Reformen eingeleitet. Die
verbliebenen Mitglieder des KEF-Genf Dr. Ishak Sükuti,
Tunalı Hilmi, Ahmed Nuri , Çürüksulu Ahmed, Ali Kemal
und Midhad Bey trafen sich am 17. August 1897 um
über eine Wiederaufnahme ihrer Arbeit zu beraten.
Man beschloss abzuwarten, da sie die Hoffnung
hatten, der Sultan würde sein Versprechen gegenüber
den Jungtürken einhalten und neue Reformen
durchführen. Doch anstatt Reformen, folgten
Verhaftungen in Istanbul, in der 77 Jungtürken
festgenommen und nach Tripolis und Fezzan ins Exil
geschickt wurden. Dies führte dazu, dass das KEF-Genf seine Arbeit erneut aufnahm und am 1.
Dezember 1897 seine Erstausgabe der Zeitung "Osmanlı"
(der Osmane) herausgab. Somit war der alte
Gegenspieler von Ahmed Rıza (KEF-Paris) wieder aktiv
geworden und die Führung der gesamten
Jungtürkenbewegung verlegte sich von Paris nach
Genf. Das KEF-Genf unterschied sich von Paris darin, dass
sie auf eine islamische Rhetorik zurückgriffen, in
der die Maßnahmen des Sultans gegenüber den
Jungtürken als unislamisch eingestuft wurden.
Außerdem versuchten die Jungtürken in Genf,
gemeinsam mit der armenischen Organisation
Daschnaktsutyun (die später eine maßgebende Rolle
innerhalb der armenischen Terrorbewegung spielen
sollte), gemeinsame Aktionen gegen die Regierung des
Sultans zu planen. In der Kreta-Krise richteten die
Jungtürken erneut Protest gegen den Sultan ein,
verurteilten scharf die Entscheidungen der
Großmächte und selbst "unser Freund", der deutsche
Kaiser, habe die osmanische Regierung in dieser
Angelegenheit nicht unterstützt. Auch in der
mazedonischen und albanischen Frage waren sich die
Jungtürken einig: "Ach! Nur das albanische Volk blieb von den Osmanen
übrig, das der Türke, den die Regierung zwang, alle
möglichen schlechten Wege einzuschlagen, nicht
hasste. Nunmehr wird er seine Sympathie auch für sie
verlieren. Auch die Albaner werden sich vom Gefühl
hinreißen lassen, sich von dem Türken zu entfernen,
von dem sie mit Gewehrkolben geschlagen werden.
Schande! Albanien ist den griechischen,
bulgarischen, serbischen und österreichischen
Konspirationen zum Opfer gefallen. Sowohl für die
Regierung, als auch für diejenigen, die sich Osmanen
nennen, ist es in diesem Moment Pflicht, nützliche
Maßnahmen zu ergreifen."
[10] Um die osmanischen Besitzungen auf dem Balkan, vor
der Zersplitterung durch mazedonische-, albanische
und serbische Komitees zu verhindern, wies der
Jungtürke Tunalı Hilmi Bey auf eine wichtige
Maßnahme hin, um das Nationalitätsproblem endgültig
zu beseitigen. Es sollten viele Schulen gegründet werden, um eine
"echte osmanische" Erziehung der Jugend zu
verwirklichen. Den Eltern sollte erklärt werden,
dass das "Osmanesein" gar nichts gegen ihre
Nationalität beinhaltet. Durch die Erziehung in
diesen Schulen sollten die falschen Ansichten über
das "Osmanesein" beseitigt und seine Vorzüge erklärt
werden. Auf diese Weise würde jeder zum
"vollständigen Osmanen" und würde die Feinde des
Osmanentums bekämpfen. Hier lässt sich eine erste
Form des Gedankens einer Osmanisierungspolitik als
eine Maßnahme für die Lösung der
Nationalitätsprobleme feststellen. [11] In einer Bittschrift an den Sultan hieß es: "Die Regierungen, die wie das
osmanische Territorium und der osmanische Staat
unterschiedliche Volksgruppen besitzen, tragen so
große Verantwortung, dass sie sogar das Ende in Form
eines Zusammenbruchs verursachen können. Denn: Wie
sehr auch nach wie vor der Bedingung, unter dem
Schutz der Souveränität des eigentlichen Staates
ewig zu leben, gefolgt wird, kann die Entstehung von
großen Ideen, wie z.B. die jetzige schlechte Lage
mit Gewalt zu beseitigen und für dieses erhabene
Ziel opferfreudig zu arbeiten, weil es das Gefühl zu
gehorchen ein bisschen beeinträchtigen wird,
aufgrund der Verschiedenheit der Volksgruppen nicht
ganz als eine gute Vorbereitung betrachtet werden.
Insbesondere, weil die Hoffnung auf Frieden und
Rettung gestorben ist, trifft man
Bevölkerungsgruppen, welche die Rettung in der
Trennung suchen, wobei sie die Nationalität zur
Grundlage ihrer Bewegung machen. Es entsteht
untereinander Uneinigkeit, Zwietracht und ein Mangel
an Harmonie. Wenn nicht unverzüglich effektive
Maßnahmen getroffen werden, Gott möge es verhüten,
kann der allgemeine Untergang tatsächlich eintreten.
Unsere Lage ist ja auch genauso seit einigen
Jahren."[12]
Die
Jungtürkenbewegung nach 1900
Quellen:
[1]
Dr. Mehmet Hacısalihoğlu:
Die Jungtürken und die Mazedonische Frage
(1890-1918), S. 59-60
[2]
Generalmajor z.D. Imhoff: Die
Entstehung und der Zweck des Comitès für Einheit und
Fortschritt,
Welt des Islams Bd. 1. 1913, S. 167-78 [3] "Besondere Erklärung" in
Osmanlı
Nr. 1, vom 1.12.1897, S. 1 [4] S.A. Mardin: Jön Türklerin Siyasi
Fikirleri S. 91 [5] Cümle-i siyasiyye,
Mizan,
29.3.1897, Nr. 13 S. 1-2 [6]
Meşveret,
15.6.1896, S.1 [7] Ibrahim Temo: Ittihad ve Terakki Anıları
S. 49-51 [8] Zeitung Mizan, Nr. 27 vom 5. Juli 1897,
Genf S. 2-3 [9]
M. Şükrü Hanioğlu:
The Young Turks in
opposition, S. 99-101
[10]
Osmanlı Nr. 2 15.12.1897
[11]
Hacısalihoğlu, S. 87
[12]
Osmanlı
Nr. 1, vom 1.12.1897, S. 2
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